Thüringer Familienpreis 2016

We4Kids e.V. und Diakonieverein Carolinenfeld e.V. aus Greiz unter den Preisträgern

Am Dienstagabend (15.11.16) wurde in der Thüringer Staatskanzlei in Erfurt zum neunten Mal der Thüringer Familienpreis vergeben. Damit würdigt und fördert die Stiftung FamilienSinn seit dem Jahr 2008 Projekte, Initiativen und innovative Ansätze, aber auch ehrenamtliche Aktivitäten, die dazu beitragen, Familien in Thüringen zu unterstützen, deren Lebensbedingungen zu verbessern und ihre Eigenkräfte zu stärken. In diesem Jahr stand der Preis unter dem Motto „Miteinander der Generationen“.

Aus den 40 Bewerbungen wählte eine Jury elf Preisträger aus, die den Anspruch des diesjährigen Schwerpunktes im besonderen Maß erfüllen. Ministerpräsident Bodo Ramelow, der die Schirmherrschaft über den Thüringer Familienpreis übernommen hatte und die Festrede hielt, erklärte: „Die Familie spielt eine zentrale Rolle in unserem Leben und in unserem Land. Doch sie ist im Wandel begriffen. Und das schon seit geraumer Zeit. Vom nahezu verbindlichen Lebensentwurf ist sie zu einer Lebensform unter anderen geworden, die noch dazu mit schwierigen Rahmenbedingungen leben muss. Der Familienpreis ist die passende Gelegenheit, dieses Engagement zu würdigen. Und deswegen habe ich sehr gern die Schirmherrschaft übernommen.“

Familienministerin Heike Werner ergänzte zum Themenschwerpunkt des 9. Familienpreises: „Ich freue mich, dass der Thüringer Familienpreis in diesem Jahr die Solidarität der Generationen in den Blick nimmt. Im Alltag wird dieses Miteinander in erster Linie in den Familien erlebt und gelebt. Dabei ist das Bild von Familie mittlerweile sehr bunt und vielfältig. Überall dort, wo Menschen verbindlich und freiwillig Verantwortung füreinander übernehmen, überall dort ist Familie. Das zeigt sich auch an den diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträgern.“

Zwei erste Preise mit einem Preisgeld von jeweils 4.000 Euro wurden vergeben an die Erfurterin Carola Backfisch für ihr Engagement zugunsten wohnungsloser Kinder und ihrer Familien sowie an den Landesverband der Pflege- und Adoptivfamilien Thüringen e.V. für sein Projekt zur Gewinnung, Schulung und Begleitung von Einzelvormündern für Pflegekinder in Thüringen.

Die  Thüringer Familienministerin, Heike Werner,  ehrte den We4Kids e.V. aus Rückersdorf im Landkreis Greiz mit dem 2. Preis des Thüringer Familienpreises 2016 in Höhe von 3.000 Euro für das generationenübergreifende Projekt Helferkids in Greiz.

Die Ministerin sagte, dass Kinder, wie wir alle wissen,  neugierig, erfinderisch und voller Entdeckergeist seien. Gleichzeitig seien sie aber noch unerfahren und kennen noch keine Gefahr. Dies könne böse Folgen haben:  über 40% aller Unfälle mit Kleinkindern beispielsweise passierten im häuslichen Bereich. Sie können sich vorstellen, wie schlimm es ist, wenn die Eltern oder Großeltern in dieser Notfallsituation hilflos sind. Erfahrungen zeigten, dass sich viele Erwachsene, wenn sie in dieser Notsituation seien, nicht trauten, einzugreifen – aus Angst, Schockstarre oder Unsicherheit.

Die Ministerin fuhr fort: „Was liegt also näher, als ein Schulungsprogramm zu entwickeln, welches auf schnelle, einfache Weise Wissen über Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Kindern vermittelt?

Der Verein We4kids, die Rettungsambulanz Greiz und der Förderverein des Kreiskrankenhauses Greiz GmbH haben aus dieser Intension das Projekt „Helferkids“ ins Leben gerufen. Bei diesem „Erste Hilfe Eltern- und Kinderkurs“  wird Familien erstmals in Deutschland die Möglichkeit geboten, gemeinsam mit den Kindern die wichtigsten lebensrettenden Maßnahmen zu erlernen. Das Kursangebot richtet sich an Eltern und Großeltern mit ihren Kindern und Enkelkindern im Alter von 5 bis 14 Jahren.“

Mit einem Sonderpreis in Höhe von 2.000 Euro ehrte die Ministerin den Diakonieverein Carolinenfeld e.V. für sein Projekt „Café OK“ in Greiz. Ministerin Heike Werner sagte dazu bei der Preisverleihung:

„Menschen, die Hilfe oder Unterstützung suchen, stehen oft vor einer verwirrenden Vielzahl von Anlaufs- und Beratungsstellen, oder wissen einfach nicht, wo sie sich hinwenden sollen. Eine innovative Idee ist es, alle Dienste und Angebote in einer Anlaufstelle zu bündeln. Dorthin können sich alle, die Hilfe, Rat und Unterstützung brauchen – oder einfach Kontakte knüpfen wollen – wenden. Der Café OK des Diakonievereins Carolinenfeld in Greiz hat sich unter der Leitung von Frau Anja-Maria Vetter zu einem festen Anlaufpunkt in der Kreisstadt entwickelt.

Das Café OK steht unter dem Motto „Kontakttreff, in dem alles richtig ist“. Seit 18 Jahren können Menschen Rat und Hilfe suchen, wenn ihnen zu Hause die Decke auf den Kopf fällt. Der Diakonieverein Carolinenfeld hat im Haus ein Netzwerk für Hilfsangebote aufgebaut. Aber das Café OK ist auch ein Treffpunkt für alle Generationen: Nicht nur Alleinerziehende schicken ihre Kinder in den gemütlich ausgestatteten Gemeinschaftsraum, wenn in der Familie die Kraft für gemeinsame Unternehmungen fehlt, um an Freizeitaktivitäten wie basteln und spielen teilzunehmen, oder Hausaufgaben zu machen. Auch Eltern und Senioren kommen gerne hierhin, um eine Kleinigkeit zu essen oder Wartezeiten in der Stadt zu überbrücken. So entstehen Kontakte, Austauschmöglichkeiten und Hilfsangebote zwischen den Generationen.“

Christian Tischner, MdL, der das Projekt für den Familienpreis vorgeschlagen hatte, war einer der ersten Gratulanten in der Thüringer Staatskanzlei.

(Quelle: Stiftung FamilienSinn) im Bild:
Ministerin Heike Werner,
Bernd Lehmann vom Verein We4Kids e.V.,
Katrin Christ-Eisenwinder, Präsidentin Stiftung FamilienSinn
 

(Quelle: Stiftung FamilienSinn) im Bild:
Ministerin Heike Werner,
Dr. Wolfgang Gündel,
Anja-Marie Vetter,
Ines Wesselow-Benkert, Kuratorin Stiftung FamilienSinn